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In dieser Rubrik beschränken wir uns auf die wichtigste einheimische Zecke, den Gemeinen Holzbock.

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Zecken im Januar/Februar

In einem durchschnittlich kalten Januar oder Februar werden Zecken in Mitteleuropa nicht aktiv und damit auch nicht lästig – und zwar unabhängig davon, ob Schnee liegt.

Aber:
Wo halten sich Zecken im Winter eigentlich auf?
Wie verhalten sie sich?
Sind tiefe Temperaturen für Zecken gefährlich?



Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) verbirgt sich im Winter bevorzugt in der untersten Krautschicht oder der Laubstreu. Das ist die Schicht aus abgefallenen und schon mehr oder weniger stark zersetzten Blättern und Nadeln auf dem Waldboden. Hier herrscht in aller Regel eine hohe relative Luftfeuchte. Zudem sind die Zecken dort etwas geschützt vor Wetterunbilden und aufgrund ihres verborgenen Daseins möglicherweise auch vor Fressfeinden.

Jedes Entwicklungsstadium der Zecke (Ei, Larve, Nymphe, erwachsene Zecke) ist in der Lage zu überwintern, egal ob hungrig oder vollgesogen. In harten Wintern können tiefe Temperaturen Zecken aber durchaus zusetzen. Temperaturen bis –10°C werden von Zecken noch problemlos überstanden. Kritisch kann es bei deutlich tieferen Temperaturen werden (ca. –20°C) und wenn eine strenge Frostperiode über mehrere Wochen anhält. Hier kommt allerdings das sogenannte Mikroklima ins Spiel. Je nach Standort – ob in 1 m Höhe oder an geschützter Stelle, wo Zecken überwintern – können sich Temperaturen auch im Winter kleinräumig deutlich unterscheiden. Einen guten Schutz gegen strengen Frost bietet eine geschlossene Schneedecke. Ist sie relativ dick, kann die Temperatur über dem Schnee unter –20°C sein und gleichzeitig darunter nur wenig unter dem Gefrierpunkt.

Häufig wird der negative Einfluss von strengen Wintern auf Zecken also überschätzt. Schließlich kommt der Gemeine Holzbock auch in weiten Teilen Skandinaviens vor, wo die Winter in der Regel strenger sind als in Mitteleuropa.

Zecken verhalten sich im Januar/Februar bei winterlichen Temperaturen wie viele andere Insekten und Spinnentiere äußerst ruhig. Es gilt, die Phase der Kälte unbeschadet zu überstehen und vor allem möglichst wenig Energie zu verbrauchen, denn die wird in der bevorstehenden Vegetationsperiode für die Suche nach einem Wirt dringend benötigt.

Liegt kein Schnee und ist es im Januar an mehreren aufeinander folgenden Tagen sehr mild (mehr als ca. 3 Tage mit Höchsttemperaturen von 10°C oder mehr oder Durchschnittstemperaturen von mindestens 5–7°C), dann können Nymphen und erwachsene Zecken aktiv werden und sich auf Wirtsuche begeben. Das heißt, sie erklettern z.B. noch aufragende, abgestorbene Grashalme oder die Spitzen am Boden liegender Zweige und warten dort auf einen Wirt. Auch im Winter sind Zecken sehr wohl in der Lage, einen Wirt zu befallen, zuzustechen und mit dem Saugakt Krankheitserreger zu übertragen.

Im extrem milden Winter 2006/07 gab es nach eigenen Beobachtungen fast durchgehend aktive Zecken. Unter solchen Bedingungen sollte man auch im Winter auf der Hut sein, wenn man sich in ein Zeckengebiet begibt.
(siehe Zeckenstiche verhindern).

Setzt man sich im Winter auf den Waldboden oder nimmt Falllaub in die Hand, ist nicht auszuschließen, dass Zecken durch starke und nahe Wirtsreize „geweckt“ werden. Ein solcher Reiz kann der Geruch der Haut oder der Atemluft sein und besonders die Körperwärme. In Kombination verstärken sich diese Reize noch.

Etwas anders liegt der Fall bei der Schafzecke (Dermacentor marginatus) und der Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus). Ist der Schnee weggetaut und sind die Tagestemperaturen mehr oder weniger deutlich über 0°C, werden die Weibchen und Männchen dieser Arten aktiv und können Wildtiere, Schafe und Hunde im Januar/Februar befallen.


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