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Taubenzecke

(Argas reflexus)

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Taubenzecke

Zoologischer Name: Argas reflexus

Familie: Lederzecken (Argasidae)

Vorkommen: In ganz Deutschland; nicht im Freiland, sondern nur punktuell in und an Gebäuden, in der Nähe von (auch nicht mehr genutzten) Taubenbrutplätzen

Besonderheiten: Kann über mehrere Jahre hungern und ist sehr widerstandsfähig gegen klimatische Extreme

Sticht den Menschen? Gelegentlich

Überträger von Krankheitserregern? Bisher nichts bekannt


Die Taubenzecke ist in Mitteleuropa ein typischer Stadtbewohner und fast ausschließlich in oder an Gebäuden zu finden. Größere Vorkommen gibt es in der Regel nur dort, wo Tauben (von der Felsentaube Columba livia abstammende Zuchttauben oder verwilderte Haustauben) für längere Zeit brüten. Der Mensch wird nur dann gestochen, wenn Tauben als Wirte nicht in ausreichender Zahl oder überhaupt nicht (mehr) zur Verfügung stehen. Dann ist die Taubenzecke allerdings in der Lage, für mehrere Jahre – nach eigenen Beobachtungen bis zu 9 Jahre – ohne Nahrung auszukommen. Größere Probleme bereitete die Taubenzecke in den 1990er-Jahren in einigen Städten Ostdeutschlands, vor allem in Leipzig und in Berlin. Seitdem scheint die Zahl der Fälle etwas zurückzugehen.

Vorkommen und Verbreitung

Vorkommen in Deutschland

Verbreitungsschwerpunkte der Taubenzecke:

  • vor allem in Städten, begünstigt durch hohe Dichten verwilderter Haustauben
  • seltener auf dem Land
  • Vorkommen sind stets lokal begrenzt (auf ein oder wenige Gebäude).

Vorkommen in Europa

  • West-/Mitteleuropa: nach Norden bis zur Nord- und Ostsee
  • Osteuropa: bis Ostpolen, Slowakei und nach Süden angrenzende Gebiete; nördlich und östlich davon Einzelfunde
  • Südeuropa: weit verbreitet im Mittelmeerraum (nur dort Vorkommen im Freiland, außerhalb von Gebäuden)

Jahreszeitliches Auftreten

  • von März bis Oktober, innerhalb von Gebäuden auch ganzjährig
  • Hauptaktivität an warmen Tagen von März bis Juni und August/September

Typische Standorte

  • in Mitteleuropa ausschließlich an wärmebegünstigten Standorten in oder an Gebäuden
  • in der Nähe der Brutplätze von Tauben: auf Dachböden, in leer stehenden Wohnungen mit kaputten oder offenen Fenstern, an Hausfassaden
  • in Taubenzuchten, -häusern

Wo halten sich aktive (wirtsuchende) Zecken auf?

  • verborgen in Ritzen und Spalten von Mauerwerk, verbautem Holz, in der Bodenschüttung (Altbauten) etc., sehr oft in kleineren oder größeren Gruppen
  • Taubenzecken sind nachtaktiv und tagsüber fast nie zu sehen.

Körpergröße

  • Weibchen: 5–11 mm, Männchen: 4–10 mm
  • Es gibt 2–4 Nymphenstadien, die zwischen 2 und 8 mm groß sind.
  • Larven: etwa 1 mm


Gruppe von Taubenzecken
Nymphen und erwachsene Taubenzecken auf Mauerwerk, nach Entfernen des Verputzes.
Als typische Lederzecken haben die Taubenzecken kein Schild auf dem Rücken.
Foto: Insect Services

Taubenzecken
Taubenzecken in einer Mauerritze verborgen.
Perlschnurartig aneinandergereihte Kotflecken (Bildmitte oben) oder größere, zum Teil innen weißliche Kotflecken (im Bild rechts oben sowie oberhalb und rechts von der Mauerritze) zeigen ein Vorkommen der Taubenzecke an.
Foto: Insect Services

Typische/besondere Eigenschaften

  • Taubenzecken sind extrem widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und können sich ohne Flüssigkeitsaufnahme über Jahre bei Raumluftfeuchte halten.
  • Taubenzecken tolerieren ohne Weiteres mitteleuropäische Wintertemperaturen von deutlich unter 0°C und überstehen auch Hitzephasen von ca. 40°C, wie sie auf Dachböden im Sommer nicht ungewöhnlich sind.
  • Taubenzecken sind außerordentlich hungerfähig und überstehen bis zu etwa einem Jahr (Larven), bis zu 3–6 Jahre (Nymphen) bzw. bis zu 9 Jahre (erwachsene Zecken) ohne Nahrungsaufnahme.
  • Die Entwicklung vom Ei bis zur erwachsenen Zecke dauert 3–5 Jahre. Erwachsene Zecken leben weitere 4–6 Jahre. Fallen lange Hungerphasen an, kann ein Taubenzeckenleben aber durchaus auch 20 Jahre dauern.

Hauptwirte in der Natur

  • Felsentauben, verwilderte Haustauben (zoolog. Name: Columba livia)

Wird der Mensch gestochen?

  • Gelegentlich, wenn der natürliche Wirt nicht zur Verfügung steht. Gestochen wird der Mensch dann vor allem nachts im Schlaf.
  • Eine Vermehrung der Taubenzecke nur mit Menschen- oder anderem Säugerblut ist nicht möglich.

Werden Haustiere gestochen?

  • sehr selten: Vögel

Werden Nutztiere gestochen?

  • sehr selten: Geflügel

Übertragung von Krankheitserregern in Mitteleuropa

… auf Haustiere

Tauben:

  • Überträger der Geflügelspirochätose (Erreger: das Bakterium Borrelia anserina)

… auf den Menschen

  • Hierzu ist nichts bekannt. Allerdings kann nach wiederholtem Taubenzeckenstich eine allergische Reaktion auftreten, die akut so gefährlich werden kann wie eine Wespenstichallergie.

Was kann man tun, um Stiche zu vermeiden?

beim Menschen

  • Sofortmaßnahme: Abrücken des Bettes von der Wand und Anbringen von doppelseitigem Klebeband um das Bett herum. Vorübergehende Ausquartierung.
  • Bei Auftreten von Taubenzecken ist der Herd des Vorkommens ausfindig zu machen. In der Regel ist der Einsatz einer Fachfirma erforderlich. Eine Bekämpfung ist nicht einfach und verlangt entsprechendes Fachwissen. In seltenen Fällen kann es ausreichen, die Zugangswege der Taubenzecken in den Wohnbereich zu verschließen.


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