Zeckengebiete

In dieser Rubrik beschränken wir uns auf die wichtigste einheimische Zecke, den Gemeinen Holzbock.

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Gemeiner Holzbock

(Ixodes ricinus)

  • Steckbrief

  • Vorkommen

  • Biologie

  • Krankheiten

  • Vorbeugung

Gemeiner Holzbock

Zoologischer Name: Ixodes ricinus

Familie: Schildzecken (Ixodidae)

Vorkommen: In ganz Deutschland; im Wald und an Waldrändern, z.T. auch in Parks und Gärten sowie auf Brachflächen

Besonderheiten: Weit verbreitet und häufig; feuchtigkeitsbedürftig

Sticht den Menschen? Ja

Überträger von Krankheitserregern? Überträgt z.B. Borrelien und FSME-Virus auf Mensch und Tier


Der Gemeine Holzbock gehört zur Familie der Schildzecken. Er ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in zahlreichen anderen europäischen Ländern die häufigste Zecke. Diese weite Verbreitung und die Häufigkeit machen ihn so bedeutend – und vor allem die besondere Fähigkeit, mit dem Stich verschiedene Krankheitserreger auf Mensch und Tier zu übertragen.

Vorkommen in Deutschland

  • in ganz Deutschland (Ausnahme: Gebirgslagen über ca. 1500 m)

Vorkommen in Europa

  • in fast allen Ländern
  • die „typische“ Zecke von West- bis Osteuropa (bis ca. 40° östlicher Länge)
  • nicht im nördlichen Skandinavien (oberhalb ca. 66°N)
  • in mediterranen Gebieten in der Regel nur in höher gelegenen Laub- oder Mischwäldern

Jahreszeitliches Auftreten in Deutschland (Aktivität)

  • Nymphen, Weibchen und Männchen meist von März bis Oktober/November (in Mittelgebirgen und Gebirgen mit verkürzter Saison)
  • Larven von April/Mai bis Oktober
  • In sehr milden Wetterperioden sind Nymphen und erwachsene Zecken auch im Winter aktiv.

Typische Standorte

  • Laub- und Mischwälder mit ganzjährig geschlossener Laubstreu, Waldlichtungen, Waldränder
  • wenn ausreichend feucht, auch Nadelwälder, Parks, waldnahe/naturnah gestaltete Gärten und verbuschte Brachflächen


Siehe auch: Zeckengebiete

Wo halten sich aktive (wirtsuchende) Zecken auf?

  • auf Grashalmen, Kräutern und Stauden bis zu etwa 1,50 m Höhe
  • auf und in der Laubstreu
  • auf Totholz (umherliegende Äste, Baumstämme), Baumstümpfen etc.

Körperlänge

  • erwachsene Weibchen vor der Blutmahlzeit ca. 3–4 mm, vollgesogen ca. 1 cm und mehr
  • erwachsene Männchen: ca. 2,5–3,5 mm
  • Nymphen vor der Blutmahlzeit: ca. 1,5 mm
  • Larven vor der Blutmahlzeit: knapp unter 1 mm


Gemeiner Holzbock
Größenvergleich Weibchen vor und nach der Blutmahlzeit:
Die Körpermasse des Weibchens nimmt während des ca. einwöchigen Saugaktes um das 100- bis 200-Fache zu.
Foto: Insect Services


Gemeiner Holzbock
Die mobilen Entwicklungsstadien:
Jeweils vor ihrer Blutmahlzeit (= ungesogen) im Größenvergleich – von links nach rechts: Männchen, Weibchen, Larve (auf dem Rücken liegend), Nymphe.
Foto: Insect Services

typische/besondere Eigenschaften

  • liebt Feuchte
  • überlebt zwischen den Blutmahlzeiten bis zu ca. 2 Jahre
  • akzeptiert ein breites Spektrum an Wirtstieren

Hauptwirte in der Natur

  • Larven, Nymphen: Kleinsäuger, Vögel, Eidechsen, aber auch mittelgroße und große Säuger
  • erwachsene Zecken: mittelgroße und große Säuger (kleinster Wirt der Igel, ansonsten z.B. Hasen, Reh-, Dam- und Rotwild, Füchse); keine Kleinsäuger und Vögel

Wird der Mensch gestochen?

  • ja, von allen mobilen Entwicklungsstadien (Larven, Nymphen, Weibchen)
  • Zwar befallen Männchen des Holzbocks den Menschen, sie stechen ihn aber nur selten und saugen dann auch nur für kurze Zeit (Stunden).

Werden Nutztiere gestochen?

Rinder, Schafe, Ziegen:
  • von allen mobilen Entwicklungsstadien (Larven, Nymphen, Weibchen)
  • Männchen oft freilaufend auf dem Tier auf der Suche nach Weibchen zur Begattung

Werden Haustiere gestochen?

  • Hunde und Katzen vor allem von erwachsenen Weibchen (Männchen s.o.)

Übertragung von Krankheitserregern in Mitteleuropa

… auf Haustiere

Hund, Katze:

  • die Erreger der Lyme-Borreliose, wobei nicht vollständig klar ist, welche dieser Bakterienarten bei Hund und Katze Lyme-Borreliose (Lahmheiten) auslösen können
  • das FSME-Virus; kann beim Hund eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung) auslösen
  • verschiedene Gruppen von Bakterien (z.B. Rickettsien, Anaplasmen), wobei nicht vollständig klar ist, ob sie bei Hund und Katze Krankheiten auslösen können

… auf Nutztiere

Rinder, Schafe, Ziegen:

  • einzellige Parasiten (Babesien), die mit den Erregern der Malaria des Menschen verwandt sind
  • verschiedene Gruppen von Bakterien (z.B. Rickettsien, Anaplasmen)
  • Es ist unklar, ob der Gemeine Holzbock den Erreger des Q-Fiebers (Coxiella burnetii) mit dem Saugakt auf Wirte überträgt.

… auf den Menschen

  • in ganz Deutschland: die Erreger der Lyme-Borreliose (verschiedene Arten von Schraubenbakterien, Lyme-Borrelien)
  • den viralen Erreger der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis, Hirnhautentzündung), mit Schwerpunkt seiner Verbreitung in Deutschland in den südlichen Bundesländern
  • einzellige Parasiten (Babesien), die mit den Erregern der Malaria des Menschen verwandt sind
  • verschiedene Gruppen von Bakterien (z.B. Rickettsien, Anaplasmen), wobei nicht vollständig klar ist, unter welchen Umständen sie beim Menschen Krankheit auslösen

Was kann man tun, um Stiche zu vermeiden?

bei Hund, Katze

  • Verwendung von sog. Zeckenmitteln
  • Hund und Katze nach dem Aufenthalt im Freien regelmäßig auf Zecken absuchen

beim Menschen

  • Verwendung von Zecken abwehrenden Mitteln (Repellents)
  • möglichst bald nach dem Aufenthalt im Freien Kleidung und Körper gründlich auf Zecken absuchen; Nymphen und vor allem Larven sind aufgrund ihrer geringen Körpergröße nicht leicht zu finden.


Zeckenstiche verhindern

Was kann man tun, um Infektionen durch Zeckenstich zu vermeiden?

FSME-Infektion

  • Man kann sich vorbeugend impfen lassen.

Infektionen mit Borrelien

  • Zeckenstiche verhindern
  • festgesaugte Zecken baldmöglichst entfernen
    (unbedingt noch am selben Tag!)

Infektionen mit anderen Erregern

  • Zeckenstiche verhindern


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