Zeckengebiete

In dieser Rubrik beschränken wir uns auf die wichtigste einheimische Zecke, den Gemeinen Holzbock.

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Lyme-Borrelien

Borrelien bilden eine medizinisch wichtige Gattung der sog. Schraubenbakterien (Familie Spirochaetaceae, Gattung Borrelia). Bei den Lyme-Borrelien handelt es sich um eine Gruppe eng miteinander verwandter Arten (biologisch: der Borrelia burgdorferi-Artenkomplex), von denen zumindest einige beim Menschen Lyme-Borreliose auslösen können. Die Liste ist sicher noch nicht komplett, da auch in Europa immer wieder neue Arten entdeckt werden.

Es gibt andere Borrelien, die Rückfallfieber verursachen, eine medizinisch ebenfalls wichtige Infektionskrankheit des Menschen. Als Überträger fungieren meist Lederzecken, nicht aber die einheimische Taubenzecke.

Ein kleiner Ort in Connecticut (USA) als Namensgeber

Obwohl einige Symptome der Krankheit vor allem in Europa schon längere Zeit bekannt waren, sind die Borrelien als ursächliche Erreger erst 1982 …

Obwohl einige Symptome der Krankheit vor allem in Europa schon längere Zeit bekannt waren, sind die Borrelien als ursächliche Erreger erst 1982 entdeckt worden.
Der Schweizer Wissenschaftler Willy Burgdorfer fand in der Umgebung von Old Lyme (sprich: Leim) im Nordosten der USA Zecken mit Borrelien, die er mithilfe einiger Kollegen als Verursacher der Lyme-Borreliose identifizieren konnte. Dieser Fund löste eine enorme Forschungswelle in Nordamerika, in Europa, aber auch in Asien aus, wo man identische oder eng verwandte Erreger fand und weiterhin findet.

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Vorkommen der Lyme-Borrelien in der Natur

In der Natur zirkulieren die Erreger zwischen bestimmten Zecken und Wirbeltieren. In Mitteleuropa sind Gemeiner Holzbock und Igelzecke die…

In der Natur zirkulieren die Erreger zwischen bestimmten Zecken und Wirbeltieren. In Mitteleuropa sind Gemeiner Holzbock und Igelzecke die wichtigsten Überträger (wissenschaftlich: Vektoren). Wildtiere, die Borrelien aufnehmen und an saugende Zecken weitergeben können, sind in Mitteleuropa hauptsächlich Kleinsäuger (z.B. Mäuse, Spitzmäuse), einige mittelgroße Säuger (z.B. Igel, Eichhörnchen) und Vögel, weniger Großsäuger wie Rehe, Hirsche oder Rinder.

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Lyme-Borrelien in der Zecke

Die verschiedenen Arten von Borrelien haben sich in vielfältiger Weise an das Überleben in bestimmten Zecken angepasst. Ist eine kurze Phase der…

Die verschiedenen Arten von Borrelien haben sich in vielfältiger Weise an das Überleben in bestimmten Zecken angepasst. Ist eine kurze Phase der Vermehrung nach der Aufnahme durch eine Zecke abgeschlossen, haften die Bakterien in völliger Ruhe an der inneren Darmwand und warten dort oft für viele Monate auf die nächste Blutmahlzeit der Zecke. Aktiv werden sie, sobald „ihre“ Zecke einen neuen Wirt gefunden und eine neue Blutmahlzeit aufgenommen hat, und somit die Aussicht auf Übertragung besteht.

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Übertragung von der Zecke auf ein Wirbeltier oder den Menschen

Nach Beginn einer neuen Blutmahlzeit der Zecke lösen sich die Borrelien von der inneren Darmwand, durchdringen dieselbe und wandern in die…

Nach Beginn einer neuen Blutmahlzeit der Zecke lösen sich die Borrelien von der inneren Darmwand, durchdringen dieselbe und wandern in die Speicheldrüsen der Zecke, von wo sie mit dem reichlich abgegebenen Speichel dann in den Wirt der Zecke gelangen. Dem Zeckenspeichel kommt bei der Übertragung der Borrelien offenbar eine wichtige Helferrolle zu: Er sorgt dafür, dass das Immunsystem des Wirtes um die Stichwunde herum weniger effizient ist.

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Lyme-Borrelien im Wirbeltier

Im Wirbeltier befinden sich Borrelien plötzlich in einem völlig anderen Milieu als in der Zecke, und sie müssen dort außerdem den Angriffen eines…

Im Wirbeltier befinden sich Borrelien plötzlich in einem völlig anderen Milieu als in der Zecke, und sie müssen dort außerdem den Angriffen eines hoch entwickelten Immunsystems widerstehen. Gelingt ihnen dies, überleben sie im Wirbeltierwirt – auch im Menschen – über Wochen, Monate oder sogar Jahre, allerdings in relativ geringer Zahl und Dichte. Sie teilen sich weitaus seltener, als man das von anderen bakteriellen Infektionserregern kennt.

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Lyme-Borrelien im Menschen

Borrelien, die in den Menschen gelangen, vermehren sich und breiten sich allmählich aus. Als Reaktion des Körpers bildet sich daraufhin eine sog.…

Borrelien, die in den Menschen gelangen, vermehren sich und breiten sich allmählich aus. Als Reaktion des Körpers bildet sich daraufhin eine sog. Wanderröte aus (medizinisch: Erythema migrans; ein roter Fleck oder eine ringartige Verfärbung der Haut), die sich allmählich ausbreitet. Das geschieht nach einigen Tagen bzw. in den ersten Wochen nach einem Zeckenstich. Es ist dies die erste Phase einer Lyme-Borreliose, die nach Diagnosestellung durch einen Arzt unbedingt mit einem geeigneten Antibiotikum zu behandeln ist.
Wichtig: Der Körper bildet erst mit einer gewissen Verzögerung Antikörper gegen eine Borrelieninfektion, sodass in der ersten Phase der Lyme-Borreliose eine Blutuntersuchung auf spezifische Antikörper gegen Borrelien längst nicht immer aussagekräftig ist.
Auch ein nicht infektiöser Zeckenstich erscheint zunächst als Hautrötung und benötigt einige Wochen, um abzuheilen. In dieser Zeit nimmt die Rötung aber nicht an Umfang zu. Dies ist der entscheidende Unterschied zur Wanderröte. Leider tritt nicht in jedem Fall von Lyme-Borreliose eine Wanderröte auf, und nicht jede Wanderröte ist leicht erkennbar. Unentdeckt und unbehandelt kann es zu einem Folgestadium der Erkrankung kommen: Borrelien können von der Einstichstelle und vom zunächst lokalen Infektionsherd aus ins Nervensystem, in die großen Gelenke oder auch ins Herz vordringen und dort für gesundheitliche Probleme sorgen. Die Symptome sind vielfältig. Noch Jahre nach einem Zeckenstich wurden in einigen Fällen Borrelien aus der Haut nachgewiesen und können für unangenehme dermatologische Spätfolgen sorgen.

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Geografische Verbreitung und Häufigkeit von Lyme-Borrelien in Deutschland

Der Gemeine Holzbock tritt in allen Teilen Deutschlands außer in Höhen von mehr als 1500 m über dem Meeresspiegel auf (siehe

Der Gemeine Holzbock tritt in allen Teilen Deutschlands außer in Höhen von mehr als 1500 m über dem Meeresspiegel auf (siehe Zeckengebiete). Wo immer man in Populationen des Gemeinen Holzbocks intensiv nach Borrelien gesucht hat, wurde man tatsächlich fündig! Infektionsraten von 10–20% bei den Nymphen und erwachsenen Zecken sind üblich, aber auch Infektionsraten von bis zu 40% oder sogar darüber kommen gebietsweise vor.

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Häufigkeit der Lyme-Borreliose

In den Neuen Bundesländern einschließlich Berlin ist die Lyme-Borreliose meldepflichtig. Wie gewissenhaft dieser Meldepflicht nachgekommen wird,…

In den Neuen Bundesländern einschließlich Berlin ist die Lyme-Borreliose meldepflichtig. Wie gewissenhaft dieser Meldepflicht nachgekommen wird, ist unbekannt. Es dürfte auch nicht leicht sein, in jedem einzelnen Fall sicherzustellen, ob tatsächlich eine Lyme-Borreliose vorlag. In den Alten Bundesländern besteht keine Meldepflicht. Insofern ist es äußerst schwierig anzugeben, wie viele Fälle von Lyme-Borreliose pro Jahr in der Bundesrepublik vorkommen. Seriöse Schätzungen liegen bei 50.000–100.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Offensichtlich ist die Lyme-Borreliose eine wichtige Infektionskrankheit, die die betroffenen Menschen und letztendlich auch das Gesundheitssystem erheblich belasten. Daher kommt ihrer Vorbeugung eine wichtige Rolle zu.

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Vorbeugung

Anders als bei der FSME gibt es für den Menschen keine vorbeugende Impfung gegen die Lyme-Borreliose. Vorbeugung heißt zum erheblichen Teil:

Anders als bei der FSME gibt es für den Menschen keine vorbeugende Impfung gegen die Lyme-Borreliose. Vorbeugung heißt zum erheblichen Teil: Verhindern von Zeckenstichen.
Eine Übertragung von Borrelien von der Zecke auf ihren Wirt kommt in den ersten 24 Stunden des Saugakts eher selten vor. Insofern ist die nächste Stufe der Vorbeugung, dass man sich nach dem Aufenthalt im Grünen so bald wie möglich gründlich auf Zecken absucht und gefundene Zecken umgehend entfernt. Gibt man einer Zecke Gelegenheit, für mehr als 24 Stunden zu saugen, steigt das Infektionsrisiko für den Betroffenen steil an, sofern die betreffende Zecke infiziert ist.
Zum Glück führt nicht jede Infektion mit Borrelien zwingend zu einer Lyme-Borreliose. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Nachsorge eines Zeckenstichs aber auf jeden Fall.


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Behandlung

Zur Behandlung einer Lyme-Borreliose wird vom behandelnden Arzt ein geeignetes Antibiotikum gegeben.

Liste der bislang in Europa beschriebenen Arten von Lyme-Borrelien

Borrelia afzelii (definitiv ein Erreger der Lyme-Borreliose)
Borrelia garinii (definitiv ein Erreger der Lyme-Borreliose)
Borrelia burgdorferi sensu stricto (definitiv ein Erreger der Lyme-Borreliose)
Borrelia spielmanii (definitiv ein Erreger der Lyme-Borreliose)
Borrelia lusitaniae (möglicherweise ein Erreger der Lyme-Borreliose)
Borrelia bissettii (möglicherweise ein Erreger der Lyme-Borreliose)
Borrelia valaisiana (möglicherweise ein Erreger der Lyme-Borreliose)
Borrelia bavariensis (möglicherweise ein Erreger der Lyme-Borreliose)

Was ist noch wichtig?

  • Eine einmal durchgemachte Lyme-Borreliose schützt nicht vor Neuinfektion oder Neuerkrankung.
  • Es findet keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung der Borreliose durch übliche Kontakte statt.
  • Eine FSME-Impfung schützt nicht vor der Lyme-Borreliose. Das eine hat mit dem anderen medizinisch nichts zu tun.


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